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Resilienz AGOffene Arbeitsgruppe

Die Resilienz AG

Vier Perspektiven

Hintergrund

Nächster TerminSo., 13. Sept.

Haltung | Deutung

Zwischen dem, was passiert, und dem, was es mit uns macht, liegt oft nur ein unbewusster Satz. Meistens hören wir ihn nicht, wir spüren ihn nur diffus.

Bei einer Absage macht es einen großen Unterschied, ob wir "Ich bin zu alt." denken oder "Die haben jemanden mit einem anderen Profil gesucht."

Wie wir Rückschläge deuten, folgt einem Muster. Die Resilienzforschung spricht hier von Attribution, also davon, wem oder was wir eine Sache zuschreiben. Drei Fragen entscheiden darüber, wie schwer ein Rückschlag wiegt. Gilt das für immer oder für jetzt? Für alles oder für einen Bereich? Liegt es an einem selbst oder an den Umständen?

Der Satz, der zwischen dem Ereignis und seiner Wirkung steht, ist keine Tatsache. Er ist eine Deutung, und Deutungen lassen sich überprüfen.

Wie denke ich?

  • Wie deute ich die Situation, und wie deute ich das Verhalten anderer?
  • Gilt meine Erklärung nur für diesen Moment, oder gilt sie für immer?
  • Gilt meine Erklärung nur für einen bestimmten Bereich, oder gilt sie für alles?
  • Liegt es wirklich an mir, oder liegt es an den Umständen?
  • Stimmt meine Erklärung überhaupt, oder gibt es noch andere Sichtweisen?

Übungen

Ereignis, Gedanke, Reaktion

Nimm dir eine konkrete Situation vor, in der du stark reagiert hast. Das kann eine Absage, ein Streit oder eine beiläufige Bemerkung sein, die dich länger beschäftigt hat. Beschreib zunächst, was passiert ist.

Du hältst getrennt fest, was beobachtbar passiert ist, was du dir dazu gesagt hast und welche Gefühle und Handlungen darauf folgten. Am Ende erkennst du, welche Deutung an deiner Reaktion beteiligt war, und wählst einen Gedanken aus, den du genauer prüfen möchtest.

Meinen Gedanken überprüfen

Vielleicht hast du aus Ereignis, Gedanke, Reaktion schon einen Gedanken vor dir. Vielleicht kennst du auch ohne Vorarbeit einen belastenden Satz, den du dir in einer bestimmten Situation immer wieder sagst.

Du sammelst, was für und gegen den Satz spricht. Du prüfst Wörter wie "immer" und "nie" und fragst, ob deine Erklärung nur jetzt oder dauerhaft, für diesen Fall oder für alles gilt und welche Rolle du selbst und die Umstände spielen. Am Ende formulierst du einen genaueren Satz, der zu den vorhandenen Beobachtungen passt und offenlässt, was du noch nicht weißt.

Den neuen Satz im Alltag prüfen

Vielleicht hast du in Meinen Gedanken überprüfen eine passendere Deutung formuliert. Ohne Vorarbeit kannst du mit einer konkreten Annahme einsteigen, bei der du unsicher bist, ob sie deinen Alltag zutreffend beschreibt.

Du schreibst den Satz auf und sammelst zwei Wochen lang passende Beobachtungen: solche, die dafür sprechen, solche, die dagegen sprechen, und uneindeutige. Am Ende vergleichst du die Beobachtungen mit deiner Annahme und entscheidest, ob du den Satz beibehältst, genauer formulierst oder weiter offenlässt.

Mit Abstand darauf schauen

Vielleicht hast du in Den neuen Satz im Alltag prüfen Beobachtungen gesammelt und merkst, dass dir ihre Einordnung schwerfällt. Vielleicht bist du auch ohne Vorarbeit so in einer Situation gefangen, dass dir nur eine Sicht darauf einfällt. Diese ergänzende Übung bietet drei alternative Zugänge; du wählst einen davon.

Du kannst deine Lage wie die einer Freundin betrachten, aus großer Entfernung darauf schauen oder fragen, wie du sie in zehn Tagen, zehn Monaten und zehn Jahren sehen könntest. Danach hältst du fest, was durch diesen Blick deutlicher wird und was trotzdem wichtig bleibt. Am Ende hast du eine zusätzliche Perspektive, mit der du deinen ursprünglichen Gedanken erneut prüfen kannst.